Grosseto- die Hauptstadt der gleichnamigen Region- weist auf einer Gesamtfläche von 474 km² eine Einwohnerzahl von 77100 Bewohnern aller Generationen auf. Inmitten der sumpfigen Bodenflächen wurde die Stadt einst von den Etruskern bereits teilweise “trocken” gelegt und galt von jeher aufgrund der Nähe zum Tyrrhenischen Meer sowie der unschätzbaren Bodenschätze als eine gut betuchte Stadt.
Die ersten namhaften geschichtlichen Datierungen belaufen sich auf das Jahr 803, als die Kirche von Grosseto mit ihren zugehörigen Besitztümern von den feudalen Grafengeschlecht Aldobrandeschi in Beschlag genommen wurde. Diese herrschten bis Jahr 1200. An ihre Gegenwart erinnert heute noch das das ehemalige Kastell. Der Name des Ortes Grosseto ist mit seinen zahlreichen Varianten auf die Verlegung des Bischofsitzes 1138 zurückzuführen. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die historische Stadt immer wieder zum begehrten Objekt zahlreicher Plünderer und Vandalen, die auch teilweise - wie die Korsaren 1528- die Stadtherrschaft an sich rissen.
Die wohl gravierendsten Einschnitte erlebte die Stadt jedoch im 17. Jahrhundert. Hier breitete sich aufgrund der antiken Entwässerungsanlagen ein unerträgliches Klima in der Region aus, dass einen optimalen Nährboden für die Erreger der Malaria bot. Im Verlauf dieser Krankheitsepoche musste Grosseto zahlreiche Einwohner beerdigen, deren Zahl auf etwa 2500 Todesopfer geschätzt wird. Unter dem habsburgerischen Einfluss änderte sich die Lage jedoch zunehmend. Im 19. Jahrhundert ergriff Herzog Leopold Maßnahmen die eine Verbesserung der Wohnsituation darstellten, und zur Wiederbesiedlung der Stadt führten.
Sehenswert sind hier die dominierenden Befestigungsanlagen aus dem Jahre 1500, die den Stadtkern umgeben. Für Liebhaber der kirchlichen Baukunst ist vor allem der 1294 in Marmor erbaute Dom sehenswert, der auf seinem Vorplatz ein Denkmal zu Ehren Leopold besitzt. Im Inneren befinden sich die typischen Merkmale des italienisch-gotischen Stils, wobei angemerkt sei, dass der Dom Mitte des 18. Jahrhunderts restauriert wurde. Eine Franziskanerkirche aus dem 13. Jahrhundert mit typisch angelegten Kreuzgang findet man ebenfalls am zentralen Platz Piazza Dante. Für den Reisenden ist aufgrund der Vergangenheit auch ein Besuch des archäologischen Museums empfehlenswert.
Grosseto ist ein Ort, der sich neben dem Einnahmesektor Landwirtschaft auch zusehends dem Tourismus öffnet. Gerade in den bezaubernden Küstenregionen spielt sich hier in den Sommermonaten ein wahrhaft fröhliches Szenario an Urlaubsfreuden ab. Die zahlreichen Festlichkeiten ergänzen das Angebot und sind auch für den Reisenden bestimmt, wobei hier besonders das traditionelle Hirtenfest im Mai erwähnenswert ist, dass sich mit dem Fest zu Ehren des 1. Mais ergänzt. Bei diesem Schauspiel erklingen die Stimmen zahlreicher heimischer Sänger, die mittels Gesang und kleiner gebundener Blumenkränze um Lebensmittel bitten
Text von Claudia Schleicher
