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toskana

Lucca

In einem Tal nahe des italienischen Flusses Serchio gelegen, findet man die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Lucca. Lucca zählt auf einer Fläche von rund 185km² eine Bevölkerungsdichte von etwa 85250 Einwohnern.

Besonders beeindruckend und vorrangig für diese Stadt ist ihre geschichtliche facettenreiche Vergangenheit. Erstmalig fand sie geschichtliche Erwähnung 218 v. Christus im Zusammenhang mit dem römischen Feldherren Hannibal. In den darauf folgenden Jahren fand die Stadt keine wesentliche Vermerkung in den bestehenden Aufzeichnungen und wurde erst wieder 177 v. Chr. als römische Kolonie erwähnt . Hier jedoch lässt sich ihre Relevanz nahezu lückenlos verfolgen, zumal hier Julius Caesar seine bedeutungsvolle Besprechungen mit Pompeius sowie Crassus vollzog bezüglich der Schlachten um Philippi oder Actium. Jedoch herrscht bis heute Unklarheit um welche es ging.

In der Zeit Augustes galt Lucca als eine der wichtigsten Städte der damals noch 7 Regionen des späteren Italiens. Belagert und unter zahlreichen Herrschern stand sie im Jahre 1100 auch unter dem Einfluß des bayerischen Herzogs. Bis zur herbei geführten eigenen Demokratie durch die Bevölkerung im Jahre 1396, gelang es Lucca nach zahlreichen Hieben von jeder Seite sich 1628 als Stadtrepublik neben Venedig und Genua zu behaupten. Zeichen der Französischen Revolution zwangen die Republik 1800 eine Demokratische Ordnung nach Napoleons Muster einzuführen, die wiederum 1805 abgeschafft und fortan unter den Einfluss der österreichischen Truppen agiert wurde. Unter diesem Regiment verfiel es nach Ableben der Habsburger Dynastie im Zuge der Revolution 1849 an die Regierung der Toskana und dem Einheitsstaat Italien. Aufgrund dieser sehr umfangreichen Dynastien und Herrschaften besitzt Lucca heute noch 3 verschiedene Nationalflaggen.

Eine intensivere Geschichtsanalyse für den Interessierten Reisenden kann jederzeit im ansässigen Nationalmuseum in Lucca durchgeführt werden. Hier wird anhand von geführten Besichtigungen die Situation damals noch eingehender und umfassender beschrieben. Die kulturellen Zeitzeugen dieser sehr umfangreichen Epochen lassen sich jedoch auch auf andere Weise nachvollziehen. Anhand der Bauwerke und Architekturen ist eine Zuordnung durchaus möglich.

So ist die Epoche der Römer anhand des typischen Straßenverlaufes sehr gut sichtbar, auch das alte Amphitheater spricht eindeutig von römischer Herkunft. Diese liebten aufwendige künstlerische Inszenierungen, die mittels Wasseruntersetzer Theater auch Seeschlachten neben den üblichen Gladiatorenkämpfen zuließen. Sehenswert ist auch der Torre del Ore, der alte Wachturm. An der Piazza Napoleone findet man eindrucksvolle Bauten aus der Renaissance Zeit, sowie auch die Kathedrale zu Lucca. Der aus dem 12. Jahrhundert stammende Dom besitzt prächtige Arkaden, deren Säulen eine beachtenswerte filigrane Handwerkskunst aufweisen und sich in jeder einzelnen unterscheiden.

Lucca ist zusammengefasst eine Stadt, deren geschichtliche Bedeutung auch heute noch einnehmend vorherrscht. Die Bewohner der Stadt sind freundlich und aufgeschlossen aber auch sehr traditionsbewusst. Die malerische Kulisse des Serchiotals lädt auf jeden Fall zu Erkundungen ein.

Text von Claudia Schleicher