Der Toskanische Archipel bezeichnet eine Gruppe kleiner Inseln, die zur Provinz der Toskana gezählt werden, jedoch vorgelagert im tyrrhenischen und ligurischen Meer liegen. Man unterteilt das toskanische Archipel in 7 Inseln.
Hierbei zählt Elba wohl zu den bekanntesten und beliebtesten. Auf dieser ganz dem Tourismus verschriebenen 224 km² großen Insel bietet sich dem Reisenden alles was das Herz begehrt. Besonders bekannt ist Elba für ihre zahlreichen Segelschulen, die aufgrund ihrer besonderen Qualitäten sehr regen Zuspruch finden. Als eine der größten Inseln Italiens leben etwa 32.000 Bewohner in den 8 Inselgemeinden. Besonders beliebt ist hier die Stadt Portoferraio, die auch gleichzeitig die Hauptstadt von Elba ist. Zur geschichtlichen Bewandtnis lässt sich hier anführen, dass Elba bekannt war für seine Eisenreserven, die bis 1982 abgebaut wurden. Aus diesem Vorkommen leitet sich auch der in griechischer Anlehnung befindliche Name der Insel ab. Die zahlreichen Küsten der Insel eignen sich aufgrund des durchschnittlichen Klimas sehr gut für alle Arten des Wassersportes und werden daher auch gerne besucht. Zu den touristischen Einrichtungen lässt sich anführen, dass hier keine Wünsche offen bleiben und man hier gerne wiederkehrt.
Ebenfalls zum toskanischen Archipel gehört die Isola del Giglio, die sich etwa 50km von Elba entfernt befindet, und mittels Hafen sehr gut erreichbar ist. Die 1403 Einwohner leben in 3 über die Insel verstreuten Orten, wobei der Hauptort Castello von der einstigen Feudalenherrschaft geprägt ist, wie sich anhand des Kastells unschwer erkennen lässt. Geradezu ideal für ausgiebige Wanderungen, ist diese Insel besonders im Augenmerk der Tauchsportfreunde. Die Unterwasserflora ist hier von unvergänglicher Schönheit und bietet ideale Bedingungen zum Ausüben dieses Sportes. Diesen Vorteil nutz auch das Meeresbiologische Institut Italiens, dass hier ansässig ist. Heute wird sich auf dieser Insel ganz dem Tourismus gewidmet, wobei auch die landwirtschaftlichen Erträge nicht ohne Bedeutung sind. Jedoch wird auf den Abbau von Rohstoffen seit Jahrzehnten verzichtet.
Die dritte im Bunde des Archipel der Toskana ist die südliche Halbmondinsel Giannutri, die eine Gesamtfläche von 260 Hektar misst. Diese Insel ist geprägt von Felsformatierungen und zahlreichen Grotten, die sich entlang der wunderschönen Strände befindet. Erreichbar mit dem Schiff, ist sie besonders für Liebhaber der Flora geeignet. Im Herzen der Insel befindet sich ein wahres Juwel an filigraner Blütenkunst. Hier wachsen die schönsten und vielfältigsten Orchideen Europas auf natürlichen Territorium. Das besonders milde Mittelmeerklima macht dies möglich, und ermöglicht so ein liebliches Farbenspiel der zahlreichen Pflanzen. Besonders abstrakt wirken in diesem harmonischen Bild, die Marmor Ruinen eines ehemaligen Anwesens.
Zwischen Korsika und Elba liegt die Insel Montecristo, die ebenfalls mit ihrer Gesamtfläche von 1040 Hektar zum toskanischen Archipel gehört. Erwähnenswert ist hier, dass die unbewohnte Insel auf einem Fundament aus Marmor ruht. Das Naturschutzgebiet ist nur vom Boot aus zugänglich, und wird als Isolationsstätte für genetische Forschungen an Nutztieren in Anspruch genommen. Einschlägige Berühmtheit erlangt die Insel als Kulisse der gleichnamigen Erzählung, wobei hier Realität und Fiktion unterschiedlicher nicht sein könnten.
Das Fundament der Insel Capraia beruht auf den Ausschüttungen mehrerer Vulkanausbrüche und ist daher in der landschaftlichen Erscheinung geprägt von den schroffen, typischen Vegetationen. Besonders attraktiv ist diese Insel aufgrund der auf überschaubaren Arenal angeordneten Sehenswürdigkeiten, die man bequem mit der Fähre erreichen kann. So zählt die Festung von San Giorgio aus dem 12. Jahrhundert zu einem begehrten Zeitzeugen seiner Zeit, während das ehemalige Kloster Sant Antonio aufgrund der zahlreichen anderweitigen Benutzungen heute als entweiht gilt.
Sehenswert sind auch die auf der rund 20km² großen Insel ansässigen Kirchen, zu denen die Chiesa dell’Assunta, direkt am Hafen gelegen, sowie die Dorfkirche San Nicola und auch die Kirche Santo Stefano gezählt wird. Die jeweilige Bausubstanz ist mit unter sehr gut erhalten und es finden hier regelmäßig Andachten statt, die gut besucht sind.
Die Insel Pianosa findet man südlich von Elba, und man vermutet dass diese Insel in der Erdneuzeit ursprünglich noch zum Festland Italiens gehörte. Auf einer Fläche von 1025 Hektar befand sich über ein Jahrhundert ein Gefängnis zur Verwahrung von Schwerstverbrechern, dass jedoch 1998 geschlossen wurde. Seither kann man diese Insel wieder betreten und auch die einzelnen Trakte besichtigen. Das Los der Insel scheint es schon seit Zeiten zu sein, Verbannte aufzunehmen. So geht man anhand von geschichtlichen Aufzeichnungen davon aus, dass bereits vor Christus Menschen auf diese Insel verbannt wurden. Dies lässt sich anhand der gefundenen Artefakte belegen. Auch finden sich hier Katakomben die auf diese Epoche schließen lassen. Ergänzend lässt sich anführen, dass diese Insel nur in Gruppenführungen besucht werden kann.
Die letzte im Bund des toskanischen Archipels ist die kleinste Insel. Gorgona misst eine Gesamtfläche von 2,23km² und liegt nördlich im Ligurischen Meer. Diese Insel ist aufgrund des dortigen landwirtschaftlichen Strafvollzuges nur in Begleitung und an bestimmten Tagen zugänglich.
Die Inseln des Toskanischen Archipel sind Ausflugsziele, die man sich bei einer Reise in die Toskana keineswegs entgehen lassen sollte. Besonders in den Sommermonaten bieten sie mit ihrem mediterranen Klima und der Nähe um erfrischenden Nass eine willkommene Abwechslung.
Text von Claudia Schleicher
