In einer wundervollen Landschaft auf einem Felsplateau integriert, präsentiert sich die Stadt Volterra. Einst besiedelt von den Etruskern, deren Anwesenheit man bis ins 7. Jahrhundert rückverfolgen kann, bietet die Stadt heute 11.300 Bewohnern eine Heimat. Eine Heimat, die nicht zuletzt aufgrund der bezaubernden Landschaft besticht, die sich gerade in den Tälern des Le Balze Arenals von ihrer eindruckvollsten Seite präsentiert.
Auf die Zeit der ersten Bewohner lässt sich anhand der einst etwa 7km langen Stadtmauer sowie des gut erhaltenen einziges Tores der Stadt schließen. Dessen verzierende Köpfe auf dem Torbogen lassen seit Jahrzehnten Vermutungen bezüglich ihrer Bedeutung zu. Jedoch ist die Erklärung der Glaubenszeichen am wahrscheinlichsten, da die Etrusker von jeher ein Volk waren, dessen Glaube sich stark an die griechische Mythologie anlehnte. Von dieser Glaubensbedeutung zeugen auch die Nekropolen außerhalb der Stadt.
Einst zählte Volterra zu den mächtigsten Städte Etruriens, bevor sie unter die Herrschaft der Römer fiel. Ihnen wird zur Zeit Kaisers Augustus die Erbauung des Teatro Romano zugeschrieben, welches sich außerhalb der Stadt befindet. Diese einstige Stätte musischer Künste sowie spektakulärer Schaukämpfe sollte kein Besucher versäumen. Unter dem Teatro befinden sich die typischen Thermalanlagen der Römer, die teilweise mit wunderschönen Mosaiken belegt waren.
Auch der Besuch des Doms Santa Maria Assunta, der im 12. Jahrhundert erbaut wurde, ist aufgrund seiner Kassettendecke und den zahlreichen Stuckelementen eine Besichtigung wert. Die einzelnen Elemente aus Granit, sowie der Altar und auch die angrenzende Kapelle die zu Taufen genutzt wird, überzeugen von handwerklichen Meisterleistungen der damaligen Bildhauer und Künstler. Die Kirche zu Ehren Michele im späten Barockenstil sowie die Kirchen Sant Francesco und Sant Girolamo ergänzen das Heilige Ensemble, und warten mit ihren eigenen kirchlichen Künsten auf. So findet man in diesen typische Skulpturen und Gemälde der Florenzer Kunstepoche.
Volterra beherbergt in der ehemaligen Festung heute das Staatsgefängnis, welches unter dem Namen Torre del Porcellino bekannt ist. Die Methoden zur Festnahme und auch Folterung damaliger Zeiten hingegen, die selbstverständlich heute nicht mehr zum Einsatz kommen, kann man im Museo della Tortura einsehen. Hier kann man anhand der Ausstellungsstücke die Hilfsmittel und Praktiken des damaligen Vollzuges nachvollziehen.
Besonders interessant ist auch das archäologische Museum, welches im Palaazzo Tangassi untergebracht ist und auch die Privatsammlung des einstigen Hausherren beherbergt. Hier finden sich auch Relikte, des aus für diese Region typischen Alabastermaterials. Auch sind die zahlreichen Schmuckstücke und Kampfwaffen der Etrusker sowie der Römer zu besichtigen, welche teilweise sehr aufwendig verziert waren. Die einzelnen Epochen der Metallzeiten werden hier ebenfalls anschaulich erklärt.
Volterra ist eine Stadt, die dem Besucher ein sehr umfangreiches Wissen bezüglich der Vergangenheit der Toskana vermittelt, und daher sehr empfehlenswert ist.
Text von Claudia Schleicher
